Zum Abschluß der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf gab es heute ein denkwürdiges und kurioses Teamspringen. Ausgerechnet dem überlegenen Weltmeister Domen Prevc passierte, kurz bevor er an der Reihe war, ein Missgeschick. Seine Ski machten sich ohne Piloten auf den Weg ins Tal und räumten dabei beinahe Marius Lindvik ab, der bereit zum Abflug auf dem Balken saß. Es folgte Verwirrung und Chaos ringsum, und ehe Ersatzski wieder zur Stelle waren, war der Durchgang vorbei und Domen der verspätete Start verwehrt. Das Chaos zog sich bis zum Start des zweiten Durchgangs, den Slowenien als Achte dennoch erreichte. Doch als Timi Zajc springen wollte, wurde er zurückgeschickt und dann doch wiedergeholt. Slowenien sprang also trotzdem und beendete den Wettkampf punktgleich mit der Schweiz auf Rang sechs - mit einem Sprung weniger!
Das Team aus Japan erkämpfte sich mit tollen Flügen aller vier Athleten die Goldmedaille. Ryoyu Kobayashi, Flugneuling Tomofumi Naito, Naoki Nakamura und Bronzemedaillengewinner im Einzel Ren Nikaido gewannen mit 1569,6 Punkten und freuten sich ausgelassen über diesen Sieg. Für Österreich, das im Einzel leer ausging, blieb die Silbermedaille im Team. Stephan Embacher, der heute seine besten Flüge auspackte (233,5m - PB), Stefan Kraft, Manuel Fettner und Jan Hörl fehlten am Ende 9,6 Punkte auf Gold. Bronze ging, durch den Ausfall von Slowenien, ungefährdet an Norwegen mit Johann Andre Forfang, Kristoffer Eriksen Sundal, Bejamin Östvold und Silbermedaillist Marius Lindvik, der seinen Schreck vom ersten Durchgang verdaute.
Das DSV-Quartett steigerte sich und belegte Rang vier. Vor allem Karl Geiger konnte mit guten Flügen zufrieden seinen Heimwettkampf beenden und sich vielleicht etwas entschädigen für seinen verpassten Olympiastart.
Ein guter Wettkampf gelang wieder dem Team aus Finnland, das einen sehr guten fünften Rang belegte. Vor allem Antti Aalto, bereits im Einzel dicht an den Top Ten, konnte auch im Teamwettkampf überzeugen. Punktgleich Sechste wurden wie bereits erwähnt Slowenien und die Schweiz. Simon Ammann, Sandro Hauswirth - mit Ausnahme des letzten Flugs -, Felix Trunz und vor allem Gregor Deschwanden können mit ihren Leistungen ebenso wie ihr Trainer Bine Norcic nicht zufrieden sein. Platz acht, der letzte im Finale, bieb für das polnische Team, das völlig von der Rolle schien. Den Eindruck hinterließen auch die US-Amerikaner, die ebenso wie die ohne ihre Besten antretenden Kasachen den Finaldurchgang verpassten.
Offizielles Ergebnis Wettkampf
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